Psychologie (griech. psyche = Seele/Gemüt + logos = Kunde/Wissenschaft) = wörtlich „Seelenkunde“.
Allgemein: Psychologie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen.
Gazzaniga, Heatherton & Halpern, 2017
Dazu zählen auch kognitive Prozesse (Prozesse, die das Denken betreffen).
Kognition (lat. cognoscere = erkennen): Sammelbegriff für mentale Fähigkeiten/Prozesse, mit denen Informationen aufgenommen, verarbeitet und gespeichert werden — u. a. Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Gedächtnis, Schlussfolgern, Denken & Problemlösen.
Die Psychologie ist eine empirische, bereichsübergreifende Wissenschaft (Geistes-, Sozial- und v. a. Naturwissenschaften) und sowohl grundlagen- als auch anwendungsorientiert.
Drei Fächergruppen: Methodenfächer (Grundgerüst der Forschung: Ethik, Wissenschaftstheorie, Methodenlehre, Statistik), Grundlagenfächer und Anwendungsfächer.
| Grundlagenfach | Untersucht |
|---|---|
| Biologische Psychologie | physische Abläufe (v. a. Nervensystem), die psychischen Phänomenen zugrunde liegen |
| Allgemeine Psychologie | allen Menschen gemeinsame Prozesse: Wahrnehmung, Denken, Lernen, Gedächtnis, Sprache, Emotion, Motivation |
| Entwicklungspsychologie | Veränderungen psychischer Prozesse über die gesamte Lebensspanne |
| Sozialpsychologie | soziale Einflüsse: Wirkung der Interaktion mit anderen auf Erleben, Fühlen, Verhalten |
| Differentielle & Persönlichkeitspsychologie | Unterschiede zwischen Personen und innerhalb einer Person; Einfluss von Genen, Umwelt, Kultur |
Anwendungsfächer (Beispiele): Pädagogische Psychologie, Arbeits-, Organisations- & Wirtschaftspsychologie (AOW), Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie, Psychologische Diagnostik (Sonderrolle — auch als Fertigkeit ansehbar).
Die Aufteilung in Grundlagenfächer ist künstlich: es gibt Überschneidungen, ein Phänomen kann mehreren Fächern zugehören. Idealfall = Zwei-Stufen-Modell (theoretische Erkenntnisse → praktische Anwendung).
Ansätze/Perspektiven = verschiedene Sichtweisen mit eigenen Theorien und teils Methoden, historisch gewachsen. Fünf im Skript:
| Ansatz | Grundannahme | Vertreter / Begründer |
|---|---|---|
| Psychodynamisch | Verhalten wird durch innere Kräfte (Triebe) bestimmt; Lösung des Konflikts zwischen Bedürfnissen & sozialen Erfordernissen; unbewusste Prozesse | Sigmund Freud (Begründer) |
| Behavioristisch | Verhalten = beobachtbare Reize, Reaktionen & Konsequenzen; mentale Prozesse werden nicht berücksichtigt | John Watson (Begründer) |
| Humanistisch | ab 1950; Mensch als aktives Wesen, strebt nach positiver Entwicklung; holistisch (Mensch als Ganzes) | Carl Rogers, Abraham Maslow, Charlotte Bühler |
| Kognitiv | nicht beobachtbare Vorgänge: Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Denken, Entscheiden, Erinnern; heute dominierend | — |
| Biologisch-neurowiss. | psychische Phänomene → biochemische Vorgänge (Gene, Nerven-, Hormonsystem) | — |
Werden mehrere Perspektiven zur Erklärung eines Phänomens kombiniert, spricht man von einem eklektischen Ansatz. Die Ansätze schließen sich nicht aus.
Aus den Ansätzen entstanden auch Therapieformen: Verhaltenstherapie (behavioristisch), Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers (humanistisch).
Die wissenschaftliche Psychologie verfolgt vier Ziele bzgl. Erleben & Verhalten — in Forschung und Praxis:
Fokus-Beispiel: Die Persönlichkeitspsychologie betont dispositionale Faktoren, die Sozialpsychologie primär situative Faktoren.
Psycholog:innen tragen große Verantwortung. In der Forschung prüft oft eine Ethikkommission; in der Praxis ist das Machtverhältnis Psycholog:in ↔ Patient:in eine Gefahrenquelle.
Die American Psychological Association (APA) formulierte fünf ethische Grundsätze für Forschung, Praxis & Lehre:
Das Milgram-Experiment (1963) verletzte den Grundsatz der Integrität (Täuschung) und dürfte heute in der ursprünglichen Form nicht mehr durchgeführt werden.
Zum Abschluss ein paar Beispielfragen im Stil der Aufnahmeprüfung.
Pro Frage vier Aussagen — entscheide bei jeder, ob sie korrekt ist. Eine Frage gilt nur als gelöst, wenn alle richtigen markiert und alle falschen nicht markiert sind.
Keine Teilpunkte, keine Minuspunkte. Viel Erfolg!
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